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Kirchen

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Der Dom (Basilica di Santa Maria Assunta)
Der Dom zu San Gimignano ist ein wichtiger Bau der romanischen Architektur in der Toskana. Die Basilika ist ein wahrhaftiger Tempel des Glaubens und der Kunst. Die Geschichte der Kirche spiegelt das Wachstum und die Entwicklung der Stadt. Ursprünglich stand dort eine schlichte Pfarrei aus dem Jahre 1000, die 1056 zur Propstei umgebaut wurde. Die feierliche Weihe fand 1148 unter Papst Eugenius III. statt, der gerade auf dem Weg, entlang der Frankenstraße, von Pisa nach Rom war. Seit dem 12. Jahrhundert kam die Kollegiatkirche durch offizielle Bullen und Dekrete des Papstes in den Genuss zahlreicher Privilegien. Im Jahre 1239 begannen die Erweiterungs- und Verschönerungsarbeiten, an denen die berühmtesten Künstler teilhatten und die bis zum Ende des 17. Jahrhunderts andauerten. Hier begang man die Feiern zu Ehren der Stadtheiligen: der Santa Fina, des Beato Bartolo Bompedoni, des San Piero martire, aus der Familie Cattanei, und des Beato Ciardo. Hier sind die Reliquien und der Altar des San Geminiano, des heiligen Bischofs aus Modena, der am 31. Januar auch in San Gimignano als Schutzheiliger gefeiert wird. Von der Kanzel der Kirche herab predigte Girolamo Savonarola im Jahre 1497. Mehrere Kardinale waren die Propste des Kollegiatkirche: Giordano Orsini 1146 und Napoleone Orsini 1314, der neapolitanische Francesco Carbone 1389, Francesco Soderini 1495 und Baldassare Cossa, der 1410 zum Gegenpapst gewählt wurde und 1414 auf dem Konzil von Konstanz wieder abgesetzt wurde.
Das Innere der Basilika ist vollständig mit Fresken ausgemalt: Längs der rechten Wand befindet sich der Freskenzyklus mit Geschichten aus dem Neuen Testament, der der Schule von Simone Martini zugeschrieben wird, und auf der linken Wand der Freskenzyklus mit Geschichten aus dem Alten Testament aus der Hand des Bartolo di Fredi, bedeutende Beispiele mittelalterlicher Kunst. An der Innenfassade sieht man ein großes Fresko mit dem Martyrium des Heiligen Sebastian von 1465 und zwei wunderschöne Holzstatuen von Jacopo della Quercia, den Verkündigungsengel und Mariä Verkündigung. Darüber befinden sich Fresken von Taddeo di Bartolo, die das Jüngste Gericht darstellen.

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San Lorenzo in Ponte
In der Via del Castello, beim ehemaligen Dominikanerkloster, dem ältestem Kern der Stadt, wo einst die Bischofsburg stand, liegt die Kirche San Lorenzo in Ponte. Sie wurde 1240 im romanischen Stil erbaut. Der Bogengang wurde 1561 zu einem Oratorium geschlossen. Von der ursprünglichen Nähe zur Zugbrücke der Bischofsburg leitet sich der Name der Kirche her. Im Innern befinden sich ein Freskenzyklus mit Geschichten aus dem Leben des Heiligen Benedikt und ein großes Fresko, an der Rückwand, mit Christus in der Glorie, der Madonna und zwölf Aposteln, das Cenni di Francesco di Ser Cenni um 1413 herum ausgeführt hat.

San Bartolo
In der Via San Matteo, hinter dem Palazzo della Cancelleria befindet sich die romanische Kirche San Bartolo, dem Lokalheiligen geweiht, der 1299 starb, weil er den Leprakranken im Seuchenspital von Cellole beistand, und dem später auch eine berühmte Kapelle in der Kirche Sant'Agostino geweiht wurde. Eine elegante Reihung von Blendbogen, die auf Halbsäulen ruhen und zwei unterschiedlich große Ordnungen bilden, gliedern die Backsteinfassade von 1173.
Der Portalsturz ist mit dem charakteristischen griechischen Kreuz der Johanniter, die später im Malteserorden aufgingen, geschmückt. Im 11. und 12. Jahrhundert, als sich der Ortsteil, in dem sie sich befindet, in den Norden außerhalb des ersten Mauerrings ausbreitete, war die Kirche noch San Matteo geweiht. Auf diese Weise und aus diesem Grund gab sie, genauso wie die heutige Kirche San Francesco im Südteil der Stadt, die damals noch San Giovanni hieß, dem Ortsteil, dem sie angehörte, ihren Namen.


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Sant’Agostino
Die Kirche ist in einem Stil gebaut, der an die Gotik erinnert. Am Ende des weiten einschiffigen Raums erhebt sich das Presbyterium, zu dem sich der Chor und zwei Seitenkapellen öffnen. Die Kirche Sant'Agostino ist äußerst reich an Kunstwerken von großer Schönheit. Beim Eintreten fällt der Blick auf den Altar des Heiligen Vincenzo mit einem Tafelbild aus dem Jahre 1494 von Francesco Fiorentino. Das Pietà-Fresko über dem Altarbild ist ein Werk von Vincenzo Tamagni. Im hinteren Teil der Kirche sticht die Kapelle des Heiligen Bartolo mit einem Marmoraltar von Benedetto da Maiano hervor. Auf dem Rundgang durch die Kirche beachte man die von Bartolo di Fredi gemalte Pietà und den Altar des Heiligen Niccolò da Tolentino, der 1529 von Vincenzo Tamagni mit Fresken ausgemalt wurde. Auf dem Weg hinauf zum Hauptaltar blickt man auf das dort thronende Tafelbild von Piero del Pollaiolo, auf die Krönung der Heiligen Jungfrau, aus dem Jahr 1483. Rechts hinter dem Hauptaltar befindet sich die von Bartolo di Fredi mit Fresken ausgemalte Geburtskapelle. Das Altarbild ist dagegen ein Werk von Vincenzo Tamagni. In dem Chor neben der Kapelle sieht man den wundervollen Freskenzyklus von Benozzo Bozzoli, an dem der Maler drei Jahre lang, von 1463 bis 1465, gearbeitet hat, und der das Leben des Heiligen Augustinus schildert. Es ist ein Freskenzyklus von wirklich einzigartiger Schönheit, genauso einzigartig wie die dem Heiligen geweihte Kirche. Vom Chor aus betritt man die zweite Seitenkapelle und von dort kehrt man zurück ins Presbyterium, in dem man auf der rechten Seite ein Fresko von Sebastiano Mainardi mit einer Darstellung des Heiligen Gimignano sieht. Wenn man weiter geht, stößt man auf den Altar der Gnadenmadonna, der gerahmt ist von einem Fresko von Lippo Memmi aus dem Jahr 1330. Die Kirchenkanzel ist 1524 entstanden; die Bemalungen stammen von Vincenzo Tamagni. Nach der Kanzel erblickt man schließlich den 1464 von Benozzo Bozzoli gemalten Heiligen Sebastian. Man sollte nicht fortgehen, ohne vorher den bezaubernden, stillen Kreuzgang der Kirche besichtigt zu haben.

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San Pietro in Forliano
An der zauberhaften Piazza Sant'Agostino liegt auch die kleine Kirche San Pietro, im Volksmund San Piero genannt, eine der ältesten Kirchen von San Gimignano (12. Jahrhundert). Ihre einfache Backsteinfassade wird nur durch Terracotta-Konsolen im Gesims und durch ein schlichtes Rundfenster über dem Eingangsportal aufgelockert. Zu ihr hinauf führen vier große Steinstufen. Das kleine, romanische Gebäude zeigt im Inneren ein einziges Schiff mit erhöhtem Presbyterium, eine Holzbalkendecke und zahlreiche Fresken aus der Entstehungszeit wie das Fresko "Madonna mit dem Jesuskind zwischen den Heiligen Petrus und Johannes dem Täufer", in dem viele ein Werk des Lippo Memmi erkennen. Auf dem Hauptaltar steht ein 1531 gemaltes Tafelbild, das der Florentiner Schule zugeschrieben wird.


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San Jacopo
In der Via Folgore da San Gimignano, am Ausgang der Stadtmauer, trifft man in einem kürzlich sanierten und zu Recht aufgewerteten Stadtgebiet auf die romanische Kirche San Jacopo dei Templari. Der Überlieferung nach haben Kreuzritter sie nach ihrer Rückkehr vom Ersten Kreuzzug errichtet. Allerdings ist sicher, dass sie erst später gebaut wurde. Im unteren Teil, der aus Naturstein errichtet ist, sehen wir das Portal, das von einem doppelten Blendbogen und vom Symbol der Tempelritter gekrönt ist. Der obere Abschnitt aus Backstein wird von einem sorgfältig gearbeiteten Radfenster aus Terracotta aufgelockert. Der einschiffige Innenraum birgt Fresken mit Darstellungen des Heiligen, dem die Kirche geweiht ist.


San Girolamo
Kurz vor der Templerkirche San Jacopo, noch in der Via Folgore da San Gimignano, befindet sich neben dem Benediktinerinnenkloster der Klausurnonnen die kleine Kirche San Girolamo. Im Kirchenschiff steht das Gitter, das den Klausurteil abschließt, und der Altar mit einem schönen Tafelbild von Vincenzo Tamagni, das die thronende Madonna mit Kind und die Heiligen Giovanni Gualberto, Benedikt, Johannes den Täufer und Hieronymus darstellt. Im Inneren des Klosters, das nicht besichtigt werden kann, sind Fresken der Florentiner Schule aus dem 16. Jahrhundert erhalten..

Die Ruine von San Francesco
Die Überreste der alten Kirche des Franziskanerklosters befinden sich auf der rechten Seite der Via San Giovanni. Eingeschlossen zwischen zwei Backsteingebäuden präsentiert sich die schöne Fassade in weißem Travertin, die von dunklen Zierbändern aus Serpentin, die an den Pisaner Stil erinnern, horizontal durchlaufen wird. Über dem Portal erhebt sich ein doppelter Bogen mit dem Symbol des Johanniterordens. Diese Fassade lässt erahnen, von welch strenger Schönheit die Kirche war, die zwar im Besitz des Franziskanerordens ist, vorher aber eine Mutterkirche jenes reichen Ordens war, dessen Soldatenmönche die Aufgabe hatten, das Heilige Grab zu verteidigen. Sie diente auch der Unterkunft von Pilgern und Wanderern auf der Frankenstraße.